Der Low-Profit Case for CSR

Es liegt nahe, den Begriff Low-Profit an Nachhaltigkeitskonzepte zu koppeln, z. B. an CSR (Corporate Social Responsibility), SRI (Socially Responsible Investment), ESG (Environment Social Governance) sowie an nationale und internationale Leitlinien, Normen und Standards für eine sozial und ökologisch nachhaltige Unternehmensführung.

Der Low-Profit Case for CSR geht weit über den Bankable Business Case hinaus, um ein zusätzliches CSR-Potenzial auszuloten und zu erschließen. Low-Profit-Investitionen sind nach klassischem betriebswirtschaftlichem Verständnis unwirtschaftlich und daher auf Förderungen angewiesen. Dies verlangt verbindliche Förderrichtlinien und Governance-Strukturen, um die öffentlichen Finanzhilfen verwaltungsarm, gleichmäßig und effizient zu vergeben.

Um die Finanzierung von Low-Profit-Investitionen nicht einfach auf eine gesamtgesellschaftliche Ebene zu verlagern bedarf es einer aufkommensneutralen Gegenfinanzierung durch neue Steuern. In Frage kommen umwelt- und vermögensbezogene Steuern. Der Low-Profit Case for CSR eröffnet demnach einen gesellschaftspolitischen Diskurs über Steuern, Subventionen und strenge soziale und ökologische Standards, nach denen die Subventionen vergeben werden.

Die Abbildung zeigt den Low-Profit Case for CSR. Im Zentrum steht das Unternehmen, das innovative CSR-Maßnahmen setzt und einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Eine staatliche Behörde überprüft dies und bewilligt daraufhin Förderkredite, um das Unternehmen finanziell zu unterstützen. Auf diese Weise schafft man einen langfristigen und planbaren Rahmen für jene Unternehmen, die nachhaltig ausgerichtet sind. Das Schöne daran ist, dass es den Unternehmen freigestellt ist, sich für CSR zu engagieren. Wenn sie es tun, dann sollten sie auch mit staatlicher Unterstützung rechnen können.